Uniformen
Seit 1850 trägt die Bürgergarde die Uniform in der Form, wie wir sie heute kennen. Der dunkelblaue Waffenrock enstpricht dem sogenannten Modetrend der Jahre 1848/49. Er wurde den Militärgesetzen entsprechend umgesetzt mit dem Ziel, die unter der Fahne der Deutschen Union vereinten Verbände zumindest äußerlich zu vereinigen. Die Uniform der Bürgergarde ist angelehnt an die Uniform der nassauischen Infanterie. Der Helm der Bürgergarde entspricht dem Helm, der seinerzeit vorgeschrieben war. Mitte der 60er Jahre des vergangen Jahrhunderts tauschte dann auch die Bürgergarde den sogenannten Hochhelm, wie er auf alten Zeichnungen noch zu sehen ist, mit großem finanziellen Aufwand gegen den Helm aus, den wir heute noch tragen. Die rechte Kokarde ist in den nassauischen Farben, also blau-orange, gehalten, die linke in den Farben gelb-blau-weiß der Stadt Weilburg.

Dieser Helm führte schon oft zu Verwechslungen: Wesentlichstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber der preußischen Pickelhaube ist die Rundkuppel, oder auch Rundspitze genannt, auf dem Helm der Garde. Während die einen sagen, die Rundspitze stamme von dem seinerzeit gebräuchlichen bayrischen Artilleriehelm ab, wollen andere wissen, daß die Rundspitze Symbol gegen das aufkommende "preußische" war ...

Das die Verwechslung preußischer Uniformen mit den nassauischen nicht nur eine Erscheinung der Gegenwart ist, belegt folgende Begebenheit:

Wie bereits geschildert führte die Verbundenheit der Nassauer zu Österreich schließlich dazu, daß Preußen 1866 das Herzogtum Nassau annektierte. Großherzog Adolf trug anläßlich seiner Thronbesteigung 1890 in Luxemburg seine alte nassauische Uniform. Die Ähnlichkeit zu preußischen Uniformen führte zu "Irritationen innerhalb der Bevölkerung". und der bei seinem "neuen" Volk sehr beliebte Großherzog entschied sich daraufhin, die nassauische Uniform nicht mehr zu tragen. Dies geschah am 23.November 1890.